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Dielektrische Absorption

Dielektrische Absorption ist der Effekt, daß ein längere Zeit aufgeladener Kondensator nach seiner vollständigen Entladung innerhalb von Sekunden bis Minuten wieder eine kleine Spannung an seinen Anschlußdrähten aufweist.
Besonders nachteilig wirkt sich diese Erscheinung für Kondensatoren aus, in denen zu Meßzwecken Ladungen gespeichert werden sollen.

Die Nachladung rührt von Polarisierungsvorgängen im Isolierstoff her und ist weitgehend unabhängig von der Kapazität des Kondensators und der Dielektrikumsdicke.

 

 

Messung der dielektrischen Absorption

 

Beispielhaft wird die Messung der dielektrischen Absorption auf der Grundlage des Standards MIL-C-19978 D beschrieben.

Schaltbild:


Der Kondensator Cx wird 15 Minuten an einer Bezugsgleichspannung aufgeladen, z.B. auf die Nenn-Gleichspannung des Kondensators. Dabei darf der Anfangsstromstoß 50 mA nicht überschreiten.

Am Ende der Ladezeit wird der Kondensator von der Ladungsquelle getrennt und über einen 50- Widerstand entladen. Der Entladewiderstand wird nach 10 sec vom Kondensator entfernt.

Die "wiedergewonnene Spannung" wird nach einer Dauer von 15 min. mit einem hochohmigen (Ri > 10000 M) Millivoltmeter gemessen.

Die dielektrische Absorption (DA) kann nach der folgenden Formel berechnet werden:

DA = U1 / U2 · 100%

DA = dielektrische Absorption
U1 = wiedergewonnene Spannung
U2 = Ladespannung

 

Typische Werte einiger Dielektrika in % bei T = +23°C:

 
- Polypropylen
- Polyester
- Mischdielektrikum
- Keramik (X7R)
- Keramik (Z5U)
0,05 ... 0,10
0,20 ... 0,25
0,12 ... 0,18
0,60 ... 1,00
2,00 ... 2,50